Der informierten Leser dürfte sich gleich im Klaren sein, dass der Titel hier ein falsches Zitat aus Casablanca ist. Im Original heißt es stattdessen „Play it once, Sam, for old times sake.“ Aber auch, wenn ich den Titel nur gewählt habe, da er recht einprägsam das Thema anstößt, so trifft die Unterscheidung zwischen „Play it again“ und „Play it once“ den Nagel doch viel eher auf den Kopf.

Es geht um Folgendes: Beim Hören enes Albums kommt es häufiger vor, dass ich einen Titel so gern mag, dass ich ihn mir durchaus einige Male hintereinander anhöre. Anstatt den Track aber automatisch wiederholen zu lassen – bei den meisten Abspielgeräten gibt es dazu eine Funktion mit der Bezeichnung „Replay 1“ oder ähnlich – erledigt meinereiner das eher per Hand. Jetzt bin ich aber auch nicht der Schnellste bzw. habe ich meinen Kopf hin und wieder bei anderen Dingen, was wiederum darin resultiert, dass der Titel hinter dem mir gefallenden auch einige Male gespielt wird. Read the rest of this entry »

Niemand darf wegen seiner oder der genetischen Eigenschaften einer genetisch verwandten Person, wegen der Vornahme oder Nichtvornahme einer genetischen Untersuchung oder Analyse bei sich oder einer genetisch verwandten Person oder wegen des Ergebnisses einer solchen Untersuchung oder Analyse benachteiligt werden.

Entwurf des Gendiagnostikgesetzes, §4, Absatz 1

Hach, das hört sich doch toll an, nicht?

Aber andererseits muss ja der Versicherer nicht einmal einen Gentest fordern, wenn er die Sache nur geschickt anstellt. Ich bin kein Jurist, aber bei der Sache würde ich doch lieber mal nachbohren: Muss das Unternehmen denn die benachteiligen, die das „schlechtere“ Erbmaterial haben?

V: „Das macht dann voraussichtlich vier Euro. Es sei denn, Sie weigern sich uns einen Gentest durchführen zu lassen. In diesem Fall müssen wir leider fünf Euro berechnen.“
K: „Was bilden Sie sich ein? Ist ja unerhört.“
V: „Oh, tut uns Leid, hier liegt ein Missverständnis meinerseits vor. Unser Service kostet fünf Euro. Es sei denn, Sie erlauben uns, einen Gentest durchzuführen. Sollten Sie das tun, können wir die für Sie anfallenden Kosten auf bis zu vier Euro reduzieren.“
K: „Echt? Das ist aber praktisch.“

Ist ja das Gleiche? Nö. Es unterscheidet sich in der Hinsicht, als dass die eine Variante hunderttausende auf die Straße treiben und die Presse auf Hochtouren anprangern würde, die Andere hingegen bewirkt, dass etliche Leute Rabatte wittern und gleich nach dem Kuli für den Vertrag fragen würden. Ja, Geiz ist (immer noch) geil. Und wenn jeden Tag ein neues Institut in den Zeitungen prognostiziert, dass es mit der Wirtschaft den Bach runter geht, dann holt man sich wenigstens noch mit Rabatten und Bonuskarten alles raus, was man kriegen kann, ohne zu merken, dass man mächtig aufs Kreuz gelegt wird. Und wer meint, das macht kein Unternehmen, weil die Öffentlichkeit das merken und nicht tolerieren würde: Das ist zwar kein Versicherungsunternehmen, aber die haben den Trend auch schon längst erkannt. Und die 20%-auf-alles-Firma hat auch nur den falschen Slogan gewählt. Ansonsten sind sie prima damit gefahren.

Wenn man mit einem Industrieroboter, die allgemein gemeinsam haben dürften, dass sie sich nicht bewegen lassen, wenn sie ausgeschaltet sind, gegen den Not-Ausschalter fährt, muss man dann einen Schraubenschlüssel holen?

Und erklärt sich jemand bereit das zu testen? Steht ja nichts auf dem Spiel. Momentan dürften ja in etlichen Produktionshallen die Roboter lange Zeit nicht ausgelastet sein.

Wann werden es die Leute lernen? In Filmen können allgemein die abwegigsten Handlungen vorkommen. Das würde in der heutigen Zeit kaum mehr jemanden stören, sind wir ja einige Dinge gewohnt. Aber eines sollten sich die Drehbuchautoren hinter die Ohren schreiben. Sozusagen als goldene Regel fürs Filmgewerbe.

Außerirdische, die einfach nebenbei in die Handlung integriert werden, sind absolut tabu. Das soll nicht falsch verstanden werden. Ich habe nichts gegen Filme mit Außerirdischen. Wenn sich der komplette Film um die Viecher dreht, dann kann das sehr gut gehen. E.T., Independence Day oder Alien – klappt alles prima. Aber: Gibt es wirklich einen, der auf eine Handlung wie die von Knowing stolz ist? So etwas wäre als Drehbuchautor ein akzeptabler Grund, unter einem Pseudonym zu schreiben. Es folgt ein kleiner Spoiler, der über die bisherige Erwähnung von Außerirdischen hinausgeht. Dummerweise setze ich eine bekannte Handlung voraus. Sollte irgendjemand noch vor haben, den Film zu sehen, wovon ich dringend abrate, so sollte dieser jemand nicht weiterlesen. Read the rest of this entry »

Hin und wieder mag es vorkommen, dass man beim Geocachen an einer Station nicht weiter kommt. Das liegt eher daran, dass die beschriebenen Details verändert wurden, als dass man wirklich absolut auf dem Schlauch steht. Letzteres ist eher der Fall, wenn man am Zielort herumsucht. Aber nehmen wir einmal an, ein für den Cache erforderlicher Wegweiser wurde abmontiert. Die Zahl der Schilder fließt in die Finalkoordinaten ein. Ergo: Kein Schild, kein Cache.

Die naheliegende Vorgehensweise wäre es, die Suche abzubrechen, nach Hause zu fahren, eine erforderliche Wartung des Caches zu melden, und es eventuell ein paar Wochen später wieder zu versuchen, wenn entweder die Beschreibung abgeändert oder der Cache umgesiedelt wurde. Dabei gibt es einen riesigen Haken: Die Reise war an dem Tag umsonst.

Aus dieser Problemstellung und ein Bisschen Langeweile resultierte nun ein Programm, welches alle in Frage kommenden Koordinaten für die letzte Station so weit wie möglich einschränkt, je nachdem, wieviel man über die Herkunft der Zahlen weiß. Am Ende erhält man eine Liste aller Koordinaten. Alles wird dann benutzerfreundlich fertig als KML-Datei exportiert – also Google Earth-kompatibel aufbereitet. Ist eine Koordinate mitten in einem Haus, fällt der zugehörige Wert der Variable weg.

Das hört sich alles super an. Haken an der Sache sind halt, dass meinereiner unterwegs weder das Programm noch Earth dabei hat. Selbst wenn dem so wäre, liegen die zurückgegebenen Koordinaten meist auch an Positionen, bei denen man den Aufenthaltsort trotz Satellitenbild nicht ausschließen kann. Die Usability liegt damit bei etwa Null. Ach ja: Für diejenigen, die jetzt unter dieser Herangehensweise die Möglichkeit des Mogelns beim Cachen vermuten, da man ja die Finalkoordinaten auch ermitteln könnte, ohne je überhaupt eine der anderen Stationen zu besuchen: Bei einem normalen Multicache bekommt man leicht an die 50 Positionen in einem Bereich, der sich etwa über einen Quadratkilometer erstreckt. Bei Caches mit überdurchschnittlichen Stationen sieht man sogar den Untergrund vor lauter Placemarks nicht. Wenn man für die reguläre Route nicht gerade eine Felswand erklimmen müsste, dann ist die herkömliche Stationen-abklapper-Methode wesentlich angenehmer und schneller.

Vor allem von den Ermittlungsbehörden wird ja häufig behauptet, ein perfektes Verbrechen gäbe es nicht. Zwar kommen die realen Forensiker meist nicht an die Entsprechungen der verschiedensten Fernsehserien heran, aber wenn es schon möglich ist, verwertbare DNS ausgerissener Haare zu bekommen, dann tun sich Mörder schwer. Und hinterlässt man dann sogar noch einen Blutfleck, kann man seine Sachen eigentlich schon einpacken. Ich behaupte geradeheraus: „Es geht doch!“ Wie geht man also vor?

Methode 1: Den Tatort mit einem Tanklastzug voller hochexplosiver Flüssigkeiten vom Erdboden radieren? Eher nicht. Unabhängig von der Tatsache, dass ein Tanklastzug heutzutage relativ schwer zu beschaffen ist – vor allem, aber nicht nur, wenn er mit explosiven Flüssigkeiten gefüllt sein soll – führt das Fehlen eines solchen Gefährts meist zu tiefer Traurigkeit beim betroffenen Fuhrunternehmer. Das will man ja nicht. Noch dazu setzt sich der Fahrer eines Tanklastzugs voller hochexplosiver Flüssigkeiten nur unnötiger Gefahr aus. Read the rest of this entry »

…you do not talk about censorship.

Beim Inhaber der Domain wikileaks.de wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Wikileaks, für die, die noch nicht davon gehört haben, ist eine Organisation, die es Whistleblowern ermöglicht, anonym Dokumente zu veröffentlichen, welche im Interesse der Bevölkerung und einer freien Presse sind.

Auf deren Plattform wurden in letzter Zeit unter Anderem Listen von URLs veröffentlicht, die in anderen Staaten gesperrt werden. Eine Analyse der Daten – wie dies etwa von Florian Walther vom scusiblog durchgeführt wurde – ermöglicht es beispielsweise das Argument der Regierung zu entkräften, dass eine Zensur deshalb notwendig sei, da sich viele Server in Ländern befinden, in denen die Staatsanwaltschaft nicht handeln kann. Davon, dass ein Großteil der Listen wohl gar keine strafbaren Inhalte enthält, soll hier nicht einmal die Rede sein. Angeblich ist aber auch die Adresse eines Zahnarztes auf den Listen zu finden. Wir halten fest: Das Ausblenden wird für einfacher erachtet als das wirkliche Vorgehen gegen die Anbieter.

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…and it’s still a pig. So etwas ähnliches dachte sich wohl auch der Regensburger Journalist Stefan Aigner, als er auf Regensburg Digital in einer Kolumne schrieb, der Rüstungskonzern Diehl stelle Streumunition her. Dieser war offenbar nicht so überzeugt von Aigners Ausführungen und erwirkte kurzerhand eine einstweilige Verfügung, nachdem sich Aigner weigerte, die Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Kommt ja nicht gut, wenn da einfach einer meint, er könne einen Teil des Produktsortiments schlechtreden.

Am Montag war die Verhandlung zu dem Fall am Münchner Landgericht. Beide Parteien einigten sich in einem Vergleich darauf, dass Aigner die Verfügung akzeptiert und sich Diehl dafür sogar großzügigerweise der Prozesskosten erbarmt. Auch wenn mir ein anderes Ergebnis wesentlich lieber gewesen wäre, kann ich es natürlich verstehen, dass Stefan Aigner das Risiko eines ausartenden Prozesses nur ungern eingeht, wenn die eigene Existenz davon abhängen kann. Jetzt bleibt noch spannend, was der Konzern mit den anderen Redaktionen, die Diehl ebenfalls mit dem Unwort ettikettierten. Oder Österreich, die solche Exemplare mit dem Verweis auf die Klassifikation als Streubombe verboten hat. Oder die Vereinten Nationen, die eine Definition lieferten, nach der diese Teile des Katalogs genauso unter den Begriff fallen.

Waffen bauen, Sprache säubern ist ein lesenswerter Artikel der taz dazu vom Vortag, Vergleich im Prozess um „Streumunition“ einer vom Tag danach.

Der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern war für viele Zeitungen wieder Anlass für eine Schlagzeile. Der Sachverhalt dürfte den meisten wohl bekannt sein. Was die Ergebnisse der Studie sind, darauf gehe ich hier also nicht ein. In den meisten Zeitungen lautete der Titel des entsprechenden Artikels „Frauen verdienen weniger“ oder ähnliches. Und wenn diese Phrase nicht im Titel steht, dann mit großer Wahrscheinlichkeit im Text dazu. Mit einem glücklichen Händchen kann man das nicht umschreiben. Read the rest of this entry »

Viele beklagen sich ja ständig, dass Deutschland zu den Ländern gehört, in denen nicht sonderlich viel Wert auf die Unterstützung eines (potentiellen) Kunden gelegt wird. Woanders, so könnte man meinen, kann man in den Läden nicht einmal mehr Bummeln, da sich das Gesicht eines sich zur Verfügung stellenden Verkäufers zwischen die Regale und einem selbst schiebt, sobald man sich umdreht.

Hier jedoch ist die Suche nach einem Angestellten, der einen bei einer sich ergebenden Frage eine Antwort liefern könnte, gleichzusetzen mit einer Pirsch: In einem großen Areal hält man Ausschau nach einem hilflos umherstehenden Verkäufer, der sich nicht rechtzeitig wie seine Artgenossen in Deckung bringen konnte. Hat man sich sein Opfer auserkoren bleibt noch das Anschleichen und natürlich das Zuvorkommen vor den Massen an restlicher Kundschaft, die ebenfalls ein Auge auf das Objekt der Begierde geworfen haben. Ist dann auch dieser Schritt erfolgreich gemeistert worden, hat man ihn dann schließlich ganz für sich allein: den absolut überforderten und deplatzierten Mitarbeiter, der auf jede Frage, die nicht auf den Preis der Ware ausgerichtet ist, mit einem kurzen „Ääääähhhhm, weiß ich nicht!“ zurückfeuern.

Immerhin: Es geht auch anders! Im Prinzip wenigstens. Denn während sich die Leute, von denen ich rede, Mühe geben zu versuchen, in einem Job ohne Freiheiten zur eigenen Gestaltung dem Kunden positiv aufzufallen, muss ich mir eigentlich jedes Mal das Lachen verkneifen, wenn ich mit ihnen in Kontakt trete. Jene lustigen Gesellen des Kinopersonals, die einem beim Entwerten der Karte Reihe und Sitzplatznummer vorlesen.

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