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In den letzten Tagen wurde bekannt, dass die Spitzenkandidatin der FDP für die Europawahl 2009 nicht gerade durch ihre Anwesenheit in den entsprechenden Gremien geglänzt hat. Die ursprünglichen Zahlen des Parlaments wurden zwar relativ schnell mit Berücksichtigung des Zeitraums, in dem Silvana Koch-Mehrin in Mutterschutz war, nach oben korrigiert. Das Problem ist jetzt, dass Frau Koch-Mehrin nicht auf die korrigierten Zahlen kommt.
Aus der Presseerklärung geht hervor, dass die korrekte Methode zur Berechnung die Addition der Mutterschutztage zu den Anwesenheitstagen sei und nicht die Subtraktion der Mutterschutztage von der Zahl der stattgefundenen Sitzungen. Alles nach den „Regularien des Europäischen Parlaments„. Diese habe ich zwar bis jetzt nicht finden können, aber das ist jetzt kein Vorwurf an die Politikerin, wenn auch eine Quellenangabe nicht geschadet hätte. Read the rest of this entry »
Niemand darf wegen seiner oder der genetischen Eigenschaften einer genetisch verwandten Person, wegen der Vornahme oder Nichtvornahme einer genetischen Untersuchung oder Analyse bei sich oder einer genetisch verwandten Person oder wegen des Ergebnisses einer solchen Untersuchung oder Analyse benachteiligt werden.
Entwurf des Gendiagnostikgesetzes, §4, Absatz 1
Hach, das hört sich doch toll an, nicht?
Aber andererseits muss ja der Versicherer nicht einmal einen Gentest fordern, wenn er die Sache nur geschickt anstellt. Ich bin kein Jurist, aber bei der Sache würde ich doch lieber mal nachbohren: Muss das Unternehmen denn die benachteiligen, die das „schlechtere“ Erbmaterial haben?
V: „Das macht dann voraussichtlich vier Euro. Es sei denn, Sie weigern sich uns einen Gentest durchführen zu lassen. In diesem Fall müssen wir leider fünf Euro berechnen.“
K: „Was bilden Sie sich ein? Ist ja unerhört.“
V: „Oh, tut uns Leid, hier liegt ein Missverständnis meinerseits vor. Unser Service kostet fünf Euro. Es sei denn, Sie erlauben uns, einen Gentest durchzuführen. Sollten Sie das tun, können wir die für Sie anfallenden Kosten auf bis zu vier Euro reduzieren.“
K: „Echt? Das ist aber praktisch.“
Ist ja das Gleiche? Nö. Es unterscheidet sich in der Hinsicht, als dass die eine Variante hunderttausende auf die Straße treiben und die Presse auf Hochtouren anprangern würde, die Andere hingegen bewirkt, dass etliche Leute Rabatte wittern und gleich nach dem Kuli für den Vertrag fragen würden. Ja, Geiz ist (immer noch) geil. Und wenn jeden Tag ein neues Institut in den Zeitungen prognostiziert, dass es mit der Wirtschaft den Bach runter geht, dann holt man sich wenigstens noch mit Rabatten und Bonuskarten alles raus, was man kriegen kann, ohne zu merken, dass man mächtig aufs Kreuz gelegt wird. Und wer meint, das macht kein Unternehmen, weil die Öffentlichkeit das merken und nicht tolerieren würde: Das ist zwar kein Versicherungsunternehmen, aber die haben den Trend auch schon längst erkannt. Und die 20%-auf-alles-Firma hat auch nur den falschen Slogan gewählt. Ansonsten sind sie prima damit gefahren.
…you do not talk about censorship.
Beim Inhaber der Domain wikileaks.de wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Wikileaks, für die, die noch nicht davon gehört haben, ist eine Organisation, die es Whistleblowern ermöglicht, anonym Dokumente zu veröffentlichen, welche im Interesse der Bevölkerung und einer freien Presse sind.
Auf deren Plattform wurden in letzter Zeit unter Anderem Listen von URLs veröffentlicht, die in anderen Staaten gesperrt werden. Eine Analyse der Daten – wie dies etwa von Florian Walther vom scusiblog durchgeführt wurde – ermöglicht es beispielsweise das Argument der Regierung zu entkräften, dass eine Zensur deshalb notwendig sei, da sich viele Server in Ländern befinden, in denen die Staatsanwaltschaft nicht handeln kann. Davon, dass ein Großteil der Listen wohl gar keine strafbaren Inhalte enthält, soll hier nicht einmal die Rede sein. Angeblich ist aber auch die Adresse eines Zahnarztes auf den Listen zu finden. Wir halten fest: Das Ausblenden wird für einfacher erachtet als das wirkliche Vorgehen gegen die Anbieter.
Dass die Abwrackprämie – euphemistisch mit Umweltprämie umschrieben – durchgehalten wird, das ist trotz der Kritik daran, relativ sicher. Wer ursprünglich auf die Idee gekommen ist, weiß ich nicht. Aber selbst ohne die gleichzeitige Nennung mit dem wesentlich geringeren Bonus für Familien mit Kindern, die von mehreren Personen angeprangert wurde, ist das doch etwas pervers. Sagen wir mal so: In Afrika verhungern Kinder und wir verschrotten neun Jahre alte Autos.
Davon einmal abgesehn prognostiziere ich einmal eine riesige Preisexplosion an mindestens neun Jahre alten Autos. Wenn sich bisher Angebot und Nachfrage bei einem bestimmten Preis eingependelt haben, so bleibt ja nichts anderes übrig. Schwacke 2009 wird kommen müssen. Schon bald erlangen diese Gefährte Sammlerstatus und die heranwachsende Generation wird sich die entsprechenden Modelle Wohl oder Übel in Museen ansehen müssen, da die Straßen ihrer bereinigt werden.
In wahrscheinlich keiner Personengruppe ist der Anteil der naiven und bzw. oder populistischen Personen so groß wie in der der Politiker. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sich an die 100 Politiker in einer kleinen Runde treffen und ein Streubombenverbot unterzeichnen. Nicht, dass mich jemand falsch verstehen sollte: Keineswegs bin ich für den Einsatz von Streubomben. die sich schon gegenseitig die Köpfe einschlagen wollen, dann sollten sie gefälligst was nehmen, was keine dermaßen hohen Opfer in der Zivilbevölkerung verursacht. Aber wenn man das zusammenfast, was da in Oslo erreicht wurde, dann kommt doch kein vernünftiger Mensch daran vorbei, einzugestehen, dass das ein einziger Witz ist. Read the rest of this entry »
Die nächste Wahl steht wieder an: Am 28. September werden in Bayern der Landtag und die Bezirkstage gewählt. In der Vergangenheit war ich was prinzipielle Verfahren bei dem Ganzen angeht recht von der Funktion überzeugt: Leute gehen an einem bestimmten Tag für ne viertel Stunde an einen bestimmten Ort, tun das, was sie für richtig halten und entscheiden so, was die nächsten vier bis sieben Jahren abgehen soll… Ich würde mich mal als naiv bezeichnen. Dem entsprechend habe ich auch brav versucht, Familienmitglieder, Freunde und Bekannte, welche sich gegen den Akt der Ausübung ihres Wahlrechts sträubten, zu bekehren. Es soll ja alles ein schöner Querschnitt der Bevölkerung sein und Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist.
Dieses Jahr ist das ein Bisschen komplizierter geworden. Ohne eine Liste der Präferenzen in meinem Bekanntenkreis zu führen kann man so grob abschätzen, dass eine recht große Zahl „anständiger“ Menschen dabei sind. Ich gehöre in der Hinsicht nicht zur genannten Personengruppe. Nun, in folgendem bin ich Realist: Es ist unwahrscheinlich, dass sich dieser Verein in den letzten paar Tagen noch so viele Prozende abluchsen lässt, dass sie nicht ein weiteres Mal an die Regierung kommen. Und selbst für eine absolute Mehrheit brauchen die nicht einmal die Hälfte der Stimmen. Aber diesmal wird’s knapp und an mir solls nicht liegen wenn’s wieder schief geht.
Kleines Update Sonntag abends: *freu*

