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In der Spieltheorie gibt es eine recht prominente Situation mit dem Namen Gefangenendilemma. Eine Situation, in welcher zwei Parteien eine Entscheidung treffen zu kooperieren, oder eben jenes zu unterlassen. Insgesamt ergibt sich der maximale Erfolg aus der gemeinsamen Kooperation. Jeder kann aber seinen Erfolg erhöhen, indem er nicht kooperiert, während der andere dies trotzdem tut.
Wir wollen es jetzt nicht zu kompliziert werden lassen: Auf jeden Fall fand ich mich in einer ähnlichen Situation wieder. Kooperieren und riskieren, dass man mächtig abgewatscht wird oder die Kooperation verweigern und unter Umständen mit weniger nach Hause gehen, als möglich gewesen wäre. Und ganz nebenbei tickt die Uhr fleißig weiter.
Ich finde jetzt zwar die Spieltheorie spannend, aber Psychologie ist nicht so mein Ding: Ich hab mich mächtig in einigen Charakterwerten getäuscht. Während ich auf Zusammenarbeit setzte, hat mein Gegenüber schon längst den Rückwärtsgang eingelegt. Jetzt bleibt erst einmal Abwarten und Kucken, was kommt.
Edit am 30.07.09: Rückwärtsgang und 360° Drehung! Das heißt in der Quitessenz, dass ich aus dem Schlamassel nochmal heil herausgekommen bin, was mich sicherlich freut. Das heißt aber auch, dass ich, was mein Vorgehen in solchen Situationen angeht, in Zukunft genauso planlos sein werde und keine Weisheiten mitnehmen kann, in der Art von „nur kein Risiko eingehen!“ oder Vergleichbarem.
Es ist zum Teil erstaunlich, wie manche Dinge, denen man recht viel Zeit gewidmet hat, im Sand verlaufen. Andere widerum, die man anfangs eher in die Sinnlos-Schublade einordnen würde, erweisen sich als äußerst fruchtbar in Situationen, von welchen man nur wusste, dass man nicht in diese kommen möchte und jeden bemitleidet, der mit diesen zu kämpfen hat. Das hat jetzt nichts mit Optimismus und Pessimismus zu tun, passiert es ja in beide Richtungen. Eher mit „Man kann das schlecht einschätzen“, aber das ist eher Nebensache.
Auf alle Fälle sitze ich hier sozusagen bestens vorbereitet am Eingang der Drachenhöhle und bedauere nur, dass ich mich nicht schon früher auf diesen Weg begeben habe. „Komm her, du Ungeheuer!„
Kurz vorm Jahreswechsel kann ich mit großer Freude berichten, dass sich 100 Tage Stress dem Ende neigten. Damit ist jetzt nicht die Weihnachtszeit gemeint – der Stress dauert noch eine Weile an. Nein, meinereiner ist mit dem Praktikum fertig. Eine Woche nachdem sich 95% der restlichen Belegschaft bereits in den verlängerten Urlaub verabschiedet hatten. Jetzt steht zwar noch ein Bisschen Berichtschreiben aus, aber sollte kaum erwähnenswert sein. Bemerkenswert hingegen ist es, dass exakt einen Tag nach meiner letzten Fahrt das Wetter umschlägt und die Straßen pünktlich zu Weihnachten wohl dicht machen dürfte. Selten wäre mein Timing so gut gewesen.
„I know regular expressions.“
Ich habe eine Theorie, nach der man auf exakt zwei verschiedene Arten Wertschätzung für geleistete Arbeit erhalten kann. Bereits in mehreren Fällen – nicht ausschließlich im betrieblichen sondern auch im sozialen Umfeld – konnte ich diese Theorie bestätigen. Von einem Beweis zu sprechen, das maße ich mir nicht an, aber es besteht Potential. Es ergeben sich folgende Möglichkeiten:
- das eigene Schaffen zu betonen und den Umfang hochspielen
Man nehme ein kleines Bisschen Hang zur Übertreibung und stelle klar, mit welch großen Hindernissen man zu tun hatte. Vom Dank für das Getane über die Begeisterung für das eigene Durchhaltevermögen bis zur Bemitleidung für die Unmengen an aufgewendeter Zeit kann alles dabei sein. - die Aufgaben herunterspielen
Man optimiere die zur Lösung der Aufgabe eingesetzte Methode auf solch Weise, dass die für die Aufgabe investierte Zeit extrem schrumpft oder die Übertragbarkeit auf andere, vergleichbare Aufgaben gewährleistet ist. In Aussicht wird die Bewunderung der Fähigkeiten. Read the rest of this entry »
Wie direkt darf man einer Person sagen, das man nichts von einem gebrachten Vorschlag hält, um nicht dazustehen… naja… als hielte man nichts von einem gebrachten Vorschlag? Besonders knifflig ist die Frage, wenn man zwar gute Gründe für seinen Standpunkt hat und das Pro und Contra für sich selbst schon stundenlang gegeneinander abwägen konnte, aber man die komplette Argumentation nicht abliefern kann oder will. Das würde die komplette Exitstrategie zunichte machen, die man sich nach dem stundenlangen Abwiegen ebenfalls stundenlang ausgemalt hat.
So eine verdammte Zwickmühle aber auch. Ich möchte nicht mit mir tauschen.
Die momentan durch das Land – oder zumindest durch das von mir besuchte Unternehmen – ziehende Entlassungswelle hat meine Abteilung erwischt. Während sich die Situation im Betrieb insgesamt schon ein paar Wochen hinzieht, wurde das Wort Entlassung in meiner Umgebung eher als surreal aufgenommen. Man hoffte, dass alles keine zu großen Kreise ziehen wird; hoffte, dass sich die Lage rechtzeitig stabilisieren würde, bevor es zu den entscheidenden Aktionen kommt; man machte sogar Witze über das Thema – vielleicht um sich selbst einzureden, dass es nicht so schlimm kommen wird. Es kam so schlimm. Read the rest of this entry »
Eine Person wird dazu gezwungen, statt der Arbeit eine unbezahlte, studiumsbezogene Pflichtveranstaltung an der Hochschule zu besuchen mit zweifelhaftem Gewinn an Informationen. Voraussichtlich wurde von dem behandelten Thema weit über die Hälfte schon einmal durchgenommen. Was könnte diese Person trotzdem dazu bringen, sich auf diese Veranstaltung zu freuen, obwohl es in der Firma gerade so spannend wie nie zuvor hergeht?
Da es sich bei oben genannter Person zufälligerweise um meine Wenigkeit handelt, kann ich diese Frage wie folgt beantworten: Eine Rolle könnten mehr Pausen, längere Pausen, kürzere Tage und eine bessere Cafeteria spielen. Oder um es anders auszudrücken: Mein Urlaub.
Meine Schrift ist im Allgemeinen unschön. Und „unschön“ ist in dem Fall sowas von untertrieben – auch wenn ich eine Schriftprobe mal vorenthalte. Klar: Ich kenne Personen, die eine wesentlich schlimmere Handschrift besitzen… und die sind keine Ärzte. Aber ich würd schon sagen, dass meine recht weit am Limit ist. Gerade gegen Ende eines Wortes verziehen sich die letzten paar Buchstaben (die Buchstaben ung tun dies besonders gerne) zu einer separaten Deponie für Tinte – ohne identifizierbare Bedeutung. Eine Art persönlicher Stenographie.
Ich bin nicht stolz drauf, aber form follows function. Ich kanns lesen, das ist das was zählt. Paradoxerweise bin ich trotzdem nicht ein wirklich schneller Schreiber. Gerade deshalb bin ich immer von Kommilitonen (meist weiblichen Geschlechts) fasziniert, in ihrem Skript während den umfangreichsten Vorlesungen noch mit ihren farbigen Finelinern jonglieren, alles doppelt und dreifach unterstreichen und dabei noch schneller sind als meine Wenigkeit.
Warum man so etwas macht ist ja klar: Vor allem wenn das Zeug für sich selber ist und man es länger hat (so etwas wie Skript verbrennen wie man ab und zu hören kann macht glaub ich nicht wirklich wer) gibt man sich ein Bisschen mehr Mühe. Umso erstaunter war ich aber, als ich in der Dokumentation einer Anlage auf eine Schrift gestoßen bin, deren Art man kaum auf Urkunden begegnet. Nein, es war nicht das Deckblatt, das von außen sichtbar ist, so dass man das verstehen kann, sondern ein Blatt Papier, das während seiner Existenz vielleicht von einer Hand voll Leuten betrachtet wird – und nein, es war auch kein einfacher Schreiberling, der eine tolle Schrift hat: Da war eindeutig wer länger beschäftigt.
Nun bin ich ja eine Person, welche von Political Correctness relativ wenig hält und Knigge ist im Allgemeinen auch nicht so wirklich mein Ding. Und doch gibt es ein paar Elemente, die ich nicht so Übel finde. So ist das auch mit dem Duz/Siez-Thema. Ich halte absolut garnichts davon, dass einer Personengruppe eine andere Duzt während sie selbst das Privileg beansprucht, gesiezt zu werden. Trotzdem finde ich die gebräuchliche Regel zum Überwinden des Siezens ganz ok: Ältere Personen, weibliche Personen und vorgesetzte Personen schlagen das Duzen vor, das Gegenüber akzeptiert oder akzeptiert nicht – es bleibt aber beim „beide oder keiner“. Read the rest of this entry »

