Mit folgendem Szenario möchte ich die Gelegenheit zur Erheiterung in einer Prüfungs-/Klausur-/Schulaufgabensituation geben. Im Vorfeld weise ich darauf hin, dass das Ganze nur bei Personal mit einem gewissen Mindestmaß an Humor ohne den Drang zur Überreaktion machen sollte. Und ich übernehme keine Verantwortung, sollte die zu verwirrende Person – unter Umständen auch nach dem Versuch einer mündlichen Klärung – von einem Unterschleif ausgehen.
Als Vorbereitung ist ein Komplize zu finden, welcher sich in der selben Situation wie man selbst befindet: Vor dem Schreiben einer beliebigen schriftlichen Arbeit. Dieser Komplize sollte sich aus später geschilderten Gründen so weit vom eigenen Sitzplatz wie möglich befinden. Bestenfalls wird zur Arbeit selbst ein zusätzliches Schmierblatt für Nebenrechnungen o. Ä. verwendet werden kann, aber von welchem die Abgabe gefordert wird. Und eventuell noch, wobei man für die Voraussetzungen nicht zu wählerisch sein sollte, dass man vor der Abgabe nichts von dieser Abgabepflicht weiß.
Nun zur eigentlichen Aktion: Man vereinbart mit seinem Gegenüber einen Diskussionsverlauf in der Art, dass die eine Person etwa ob der Antwort auf die x-te Frage erkundigt. Als „Antwort“ gibt es entweder die wirkliche Lösung oder einen langweiligeren Spruch wie „Sorry, keine Zeit für dich!„. Jeder schreibt dabei seinen Satz auf sein Notizzettel. Um zu vermeiden, dass man wirklich Probleme bekommt, sollte man es vielleicht vermeiden, eine andere Handschrift für den Zettel zu verwenden als für die eigentliche Arbeit. Im Anschluss ist der Zettel mit papierfliegertypischen Knickfalten auszustatten. Es ist jedoch davon abzusehen, wirklich mit dem fertigen Objekt zu werfen. Dann heißt es nur abwarten (wobei in der Zwischenzeit durchaus auch die Fragen des Tests beantwortet werden können) und am Ende alles abgeben.
Für die korrigierende Person entsteht selbstverständlich mindestens kurzfristig der Eindruck, dass es sich um einen Unterschleif handelt. Komisch vorkommen sollte ihr aber – ein gewisses Mindestmaß an Intelligenz vorausgesetzt – dass
- die Kommunikation (sollte die obige Empfehlung beachtet worden sein) zielgenau quer durch den ganzen Raum geschehen sollte, ohne dass die Aufsicht etwas bemerkt hätte, und
- jeder Zettel (wenn eigene Handschrift verwendet wurde) sich beim Autor befindet, und sich damit vier Flieger durch den Raum geflogen sein müssten.
Schwächen in dem Plan und damit auch Argumentationshilfen, sollte man letztendlich doch des Unterschleifs bezichtigt werden, sind:
- In dem Fall, dass vorher schon bekannt ist, dass man den Zettel mit abgeben muss, müsste man schon ziemlich doof sein, sollte man ihn zum Spicken verwenden.
- In einer realen Situation wäre es in den meisten Fällen wäre es wohl weniger auffällig und genauso effizient, würde man nicht an das andere Ende des Raums schreiben sondern an eine benachbarte Person.
- Unabhängig davon, an wen man schreibt, wäre es sinnvoller gewesen, die Antwort auf den Fragewisch zu schreiben und nicht einen anderen Zettel zu verwenden. Besonders, da jeder zweimal geworfen werden müsste.
Eigentlich ist das ein recht langweiliger Scherz, sieht man ja nicht die Reaktion des Opfers, wenn er offenbart wird. Aber ich denke doch, dass es den Aufwand wert wäre. Insbesondere dann, wenn der Korrektor nicht der Hellste ist.


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