Vor allem von den Ermittlungsbehörden wird ja häufig behauptet, ein perfektes Verbrechen gäbe es nicht. Zwar kommen die realen Forensiker meist nicht an die Entsprechungen der verschiedensten Fernsehserien heran, aber wenn es schon möglich ist, verwertbare DNS ausgerissener Haare zu bekommen, dann tun sich Mörder schwer. Und hinterlässt man dann sogar noch einen Blutfleck, kann man seine Sachen eigentlich schon einpacken. Ich behaupte geradeheraus: „Es geht doch!“ Wie geht man also vor?

Methode 1: Den Tatort mit einem Tanklastzug voller hochexplosiver Flüssigkeiten vom Erdboden radieren? Eher nicht. Unabhängig von der Tatsache, dass ein Tanklastzug heutzutage relativ schwer zu beschaffen ist – vor allem, aber nicht nur, wenn er mit explosiven Flüssigkeiten gefüllt sein soll – führt das Fehlen eines solchen Gefährts meist zu tiefer Traurigkeit beim betroffenen Fuhrunternehmer. Das will man ja nicht. Noch dazu setzt sich der Fahrer eines Tanklastzugs voller hochexplosiver Flüssigkeiten nur unnötiger Gefahr aus.

Methode 2: Die Tat in einem Ganzkörperschutzanzug verüben, wie sie etwa von mit hochansteckenden Krankheiten hantierenden Ärzten verwendet werden. Hört sich schon einmal besser an. So ein Anzug ist auch wesentlich einfacher zu beschaffen als ein Laster. Problem hier: Wenn irgendjemand einen auf der Straße entdeckt, wie man sich so zum potentiellen Tatort aufmacht, wird man diesen wohl nicht erreichen, da man vorher schon zehnmal von der Polizei durchsucht worden ist …soweit man die Tat nicht zufälligerweise am 31. Oktober verüben will.

Methode 3: Anstatt zu verhindern, dass Beweismaterial am Tatort hinterlassen wird, beseitigt man die Beweise während den Ermittlungen ganz in Ruhe. Erfordernis hierfür: Ein Posten als Ermittler an „seinem“ Fall. Polizist wäre akzeptabel. Oder Laborant in der Forensik. Haken an der Sache: Bis man einmal so weit ist, kann es ein schönes Weilchen dauern. Und auch wenn es hin und wieder nicht so aussieht: Die nehmen auch nicht jeden erstbesten Dahergelaufenen. Ja selbst wenn man den Posten hat: Was ist, wenn der Kollege an dem einen Tag den Job übernimmt? Tja, lieber etwas anderes überlegen.

Methode 4: Wenn es nicht klappt, belastendes Beweismaterial zu verhindern und die Entfernung dieses belastenden Beweismaterials auch nicht sonderlich sicher funktioniert, dann muss man dafür sorgen, dass das belastende Beweismaterial nicht belastet. Klingt beim ersten Mal Lesen doof. Und beim Zweiten und Dritten sowieso. Aber überlegt doch mal: Wenn etwa der Ehepartner im gemeinsamen Haus ermordet wurde, dann ist doch der Verbliebene nicht etwa verdächtig, weil seine Fingerabdrücke im Haus gefunden wurden, sondern weil er etwa der Begünstigte der Lebensversicherung ist. Auch wenn das verstanden wurde, scheint das in dem von mir geschilderten Szenario erst einmal wenig hilfreich zu sein. Aber was ist, wenn man jetzt zufällig – und nun fällt’s einem wie Schuppen von den Augen, worauf ich hinaus will – in einer Firma arbeitet, die Wattestäbchen für die Ermittler herstellt? DNS hält sich zwar recht gut und ist mit aktuellen Verfahren leicht nachzuweisen. Einen Zeitstempel oder ähnliches dafür gibts aber nicht. Man kontaminiert also absichtlich einige Chargen Wattestäbchen und bringt diese in Umlauf. Wenn man die Analyse einiger Verbrechen abwartet, wird von den oben erwähnten erstbesten Dahergelaufenen nach der eigenen Person gefahndet. Und das ist dann auch das eigene Stichwort. Jetzt ist der geeignete Zeitpunkt die eigene Tat zu verüben. Sicher hinterlässt man Spuren, und mit ziemlicher Sicherheit werden diese auch aufgenommen. Aber was kümmert es? Nachher lässt sich nicht mehr feststellen, ob das Wattestäbchen schon vor der Tat kontaminiert war oder nicht. Und bis oben erwähnte erstbeste Dahergelaufene dahinter gekommen sind, dass sie eventuell die falschen Produkte verwendeten, derweil sind die echten Spuren schon längst beseitigt.