Ja, genau: so eins hätte ich gerne. Ja, das ist mir grad spontan eingefallen und im Gegensatz zu den in der Vergangenheit eher spaßeshalber gemachten Vorschlägen für Maschinen oder Produkten, die aus ethischen, finanziellen oder technischen Gründen meist sowieso nicht durchsetzbar sind (nein, es gibt keine Beispiele), erscheint mir dieses hier als durchaus solides Stück.

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Man sitzt in der Firma und es fällt einem ein, dass man noch eine bestimmte Diensleistung aus dem Netz in Anspruch nehmen möchte. Ob dies nun eine Online-Bestellung ist, die noch schnell getätigt werden muss, damit die Lieferzeiten sich nicht verlängern, ein Zugriff auf das private Mailkonto, eine Recherche auf Wikipedia, eine Abfrage an die Auskunft oder was auch immer, das sei der Phantasie des Lesers überlassen. Dummerweise besitzen sehr viele Unternehmen nur einen uneingeschränkten Zugriff auf das firmeneigene Intranet und schotten mit der Ausnahme von ein paar Accounts alle vom Internet ab. Das Einzige was einen an seine Existenz erinnert ist der zugeteile Mail-Account.

Hier könnte das Browser-Relais – ja, klingt doof und ist keineswegs als Produktname verwendbar, ist aber der plausibelste Name, der mir eingefallen ist – ins Spiel kommen. Diese Software läuft auf einem verfügbaren Rechner und ähnelt in den Grundzügen einer Remote-Desktop-Software. Es soll das Ganze allein über eine Installation auf der Serverseite laufen. Am Clientrechner, auf dem man ja keine Administratorrechte hat, läuft alles über den Mailclient. Vom Mail-Account der Arbeit sendet man ein Kommando (etwa die URL der gewünschten Webseite) an einen anderen Account. Auf diesen greift nun das Relais zu. Der Rechner auf dem die Software läuft holt jetzt die Seite ab und stopft sie in ein eMail-kompatibles Format. Text sollte dabei wohl für 99% der Fälle ausreichen, außerdem wollen wir ja auch das Firmennetz schonen. Im Bedarfsfall könnte aber auch Flash mit verschickt werden, Bilder selbstverständlicherweise ebenso. Das verarbeitete Zeug wird nun wieder an den geschäftlichen Account gesendet, auf dem der Inhalt der Seite gelesen werden kann. Voila, Internet im Firmennetz.

Das Einzige was ich finden konnte, das dem oben Genannten ähnlich ist, ist der GMail Remote Command, bei dem es aber nach der Hälfte des erwarteten Funktionsumfangs aufhört. Ob es dort am Programmieren oder an der Idee liegt, kann ich nicht sagen, aber ich werd das Ding wohl nicht so wie ichs mir wünsche auf die Beine stellen können.