Meine Schrift ist im Allgemeinen unschön. Und „unschön“ ist in dem Fall sowas von untertrieben – auch wenn ich eine Schriftprobe mal vorenthalte. Klar: Ich kenne Personen, die eine wesentlich schlimmere Handschrift besitzen… und die sind keine Ärzte. Aber ich würd schon sagen, dass meine recht weit am Limit ist. Gerade gegen Ende eines Wortes verziehen sich die letzten paar Buchstaben (die Buchstaben ung tun dies besonders gerne) zu einer separaten Deponie für Tinte – ohne identifizierbare Bedeutung. Eine Art persönlicher Stenographie.
Ich bin nicht stolz drauf, aber form follows function. Ich kanns lesen, das ist das was zählt. Paradoxerweise bin ich trotzdem nicht ein wirklich schneller Schreiber. Gerade deshalb bin ich immer von Kommilitonen (meist weiblichen Geschlechts) fasziniert, in ihrem Skript während den umfangreichsten Vorlesungen noch mit ihren farbigen Finelinern jonglieren, alles doppelt und dreifach unterstreichen und dabei noch schneller sind als meine Wenigkeit.
Warum man so etwas macht ist ja klar: Vor allem wenn das Zeug für sich selber ist und man es länger hat (so etwas wie Skript verbrennen wie man ab und zu hören kann macht glaub ich nicht wirklich wer) gibt man sich ein Bisschen mehr Mühe. Umso erstaunter war ich aber, als ich in der Dokumentation einer Anlage auf eine Schrift gestoßen bin, deren Art man kaum auf Urkunden begegnet. Nein, es war nicht das Deckblatt, das von außen sichtbar ist, so dass man das verstehen kann, sondern ein Blatt Papier, das während seiner Existenz vielleicht von einer Hand voll Leuten betrachtet wird – und nein, es war auch kein einfacher Schreiberling, der eine tolle Schrift hat: Da war eindeutig wer länger beschäftigt.


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