Eigentlich warte ich sehnsüchtig auf eine komfortable Variante eines eBook-Readers. In den Diskussionen zwischen Leuten, die solch Geräte toll finden und solchen, die sich eher auf der Seite der Bücherwürmer wiederfinden, habe ich mich selbstverständlich immer in erstgenannter Gruppe wiedergefunden. Argumente mit dem Charme eines Buches mit Tinte auf Papier gedruckt kommentierte ich – muss ich leider eingestehen – höchstens mit einem kurzen Lächeln.

Doch die Tage ist ein Buch in meine Hände geraten. Und dieses hat mich dann doch dazu gebracht, ein wenig von meinem Standpunkt abzuweichen. Ich will das mal zusammenfassen: Schwarzer Leineneinband; kein Leder, aber das tut ihm nichts weg; goldene Prägung auf dem Einband. Gedruckt wurde das Ding im Jahr 1970, was es nebenbei bemerkt nur zum zweitältesten Buch in meinem Besitz macht. Das merkwürdige ist meiner Meinung nach aber, dass das Buch hier zwar recht edel aussieht, aber gleichzeitig so, als wäre es ein ganz gewöhnliches Buch. Wie ein Spießer-Buch, das nicht spießen will.

Wenn ich resümmiere, dann ist das mit dem Charme vielleicht doch richtig. Wenn man nur nicht das Gefühl haben müsste, jede falsche Bewegung könnte das Buch vernichten. Papier und elektronische Gerätschaft befinden sich hier nämlich etwa in der gleichen Preisklasse.

Ja, ich weiß, dass das jetzt wohl keiner mehr hören will, aber mir gefällt das einfach zu sehr, als dass ich mir einen Kommentar dazu verkneifen könnte. Und vielleicht habt ihr ja den selben Humor wie ich und das wird auch für euch das intensivste Gelächter seit einer Woche.

Wisst ihr noch? Damals am 27. September? Unstrittig ist wohl, dass wohl jede Partei von sich behauptet, Gewinner zu sein. In der Regierung, am meisten absolut hinzugewonnen, am meisten relativ hinzugewonnen, nicht so viel verloren wie erwartet, …das ganze Spektrum eben. Aber einen gibt es, den hat es doch recht hart getroffen. Ich verleihe ihm das Prädikat „Verlierer der Bundestagswahl 2009″. Der Preis geht an Axel Berg. Read the rest of this entry »

Sicher ist dem Einen oder dem Anderen schon aufgefallen, dass die eine oder andere Webseite mit Hintergrundgrafiken „geschmückt“ sind, die sehr häufig aus gekachelten Einzelteilen aufgebaut sind. Bisher bin größtenteils auf solchen Seiten gelandet, die, soweit sie von dem Fliesen-Ding Gebrauch machen, sich auf solche Kacheln beschränken, die auch richtig kacheln – also einen nahtlosen Übergang bilden – oder bei denen es wenigstens nicht so auffällt, wenn die dies nicht tun.

Bis neulich. Ich wurde an einem Ort mit gleich zwei Sünden konfrontiert. Jemand hatte die bayerische Staatsflagge (in der Wacken-Ausführung) als Gestaltungsmerkmal auserkoren. Natürlich war dies ein Politiker, aber darum gehts hier nicht. Unter Umständen kann man es akzeptieren, dass der die Staatsflagge ausgesucht hat. Aber bei einem Muster, das ja geradezu erstellt wurde um zu kacheln und es am Ende nicht tut. Zumindest ich empfinde da großes Unbehaben. Ich bin da vielleicht ein kleiner Adrian Monk. Read the rest of this entry »

In seinem äußerst noblen Bestreben, die Weltherrschaft den Weltfrieden herbeizuführen, bittet Tim Pritlove um eine groß angelegte Rückmeldung zu einer seiner Podcasts: Dem Chaosradio Express. Tim ergründet in jeder Episode mit (meist) einem Gast ein technisches oder gesellschaftliches Thema, größtenteils aus der Geek-Ecke. Als Belohnung gibts – wie passend – mehr von dem Ganzen.

Ich stelle jetzt einfach mal meine drei liebsten CRE-Folgen vor, wobei ich klipp und klar sage: Je nachdem, für was man sich interessiert, wird sicher jeder seine eigenen Themenvorlieben haben. Und ich muss gestehen, dass ich noch nicht mit allen durch bin.

  • 128: Wahlrecht und Wahlsysteme – für den Statistiker
  • 098: Der Mifare-Hack – für den Sachen-Auseinanderbauer
  • 106: Mikrokopter – für den Bastler

Mein Vorschlag: einmal die vollständige Liste der bereits erledigten Themen durchstöbern und dann die Lauscher ausrichten. Überhaupt böte sich ein CRE-Podcast für so undenkbar viele Themen an, dass die Lebenserwartung Tims oder die der Hörerschaft den Gedanken an eine von Chaosradio Express verdrängte Wikipedia bereits im Keim erstickt, aber in der Zwischenzeit erfreue ich mich einfach an den bisherigen und weiteren Episoden.
Insofern: Danke Tim!

Zum Schluß noch ein paar Worte zum Konzept: Die Dauer finde ich einen ziemlich guten Kompromiss zwischen einem notwendigen Eingehen auf die thematischen Punkte und einem Podcast, den man noch anhören kann ohne zwischendurch mal unterbrechen zu müssen. Von Empfehlungen von einzelnen Leuten, doch bitte vor dem Interview eine Art Agenda zu erstellen, an die man sich halten soll, bin ich kein Freund. Das gelegentliche Abschweifen gibt dem Interview durchaus einen gewissen Charme und hilft hin und wieder auch dem Verständnis.

Entsprechend den Vorgaben der Aktion als Blogkette gibts hier die Verkettung:
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Ich bin auf eine Aktion von Äwe vom Nymphental aufmerksam gemacht worden, in welcher die besten Soundtracks gesucht werden. Als sowohl Film- als auch Musikfanat kann ich nicht widerstehen und begebe mich auf die Suche nach einer Auswahl, von welcher ich glaube, sie ist eine Bereicherung für die Ohren. Zu jedem der Filme gibts einen Titel. Die Liste selbst habe ich mal nicht nach Gefallen oder ähnlichen Kriterien sondern der Einfachheit alphabetisch nach Filmtitel sortiert. Links auf YouTube oder ähnliches gibts von mir leider nicht, aber ich denke, die Lieder zum Reinhören sollten trotzdem bei Bedarf leicht zu finden sein. Ich wünsche ein angenehmes Hörerlebnis. Read the rest of this entry »

In der Spieltheorie gibt es eine recht prominente Situation mit dem Namen Gefangenendilemma. Eine Situation, in welcher zwei Parteien eine Entscheidung treffen zu kooperieren, oder eben jenes zu unterlassen. Insgesamt ergibt sich der maximale Erfolg aus der gemeinsamen Kooperation. Jeder kann aber seinen Erfolg erhöhen, indem er nicht kooperiert, während der andere dies trotzdem tut.

Wir wollen es jetzt nicht zu kompliziert werden lassen: Auf jeden Fall fand ich mich in einer ähnlichen Situation wieder. Kooperieren und riskieren, dass man mächtig abgewatscht wird oder die Kooperation verweigern und unter Umständen mit weniger nach Hause gehen, als möglich gewesen wäre. Und ganz nebenbei tickt die Uhr fleißig weiter.

Ich finde jetzt zwar die Spieltheorie spannend, aber Psychologie ist nicht so mein Ding: Ich hab mich mächtig in einigen Charakterwerten getäuscht. Während ich auf Zusammenarbeit setzte, hat mein Gegenüber schon längst den Rückwärtsgang eingelegt. Jetzt bleibt erst einmal Abwarten und Kucken, was kommt.

Edit am 30.07.09: Rückwärtsgang und 360° Drehung! Das heißt in der Quitessenz, dass ich aus dem Schlamassel nochmal heil herausgekommen bin, was mich sicherlich freut. Das heißt aber auch, dass ich, was mein Vorgehen in solchen Situationen angeht, in Zukunft genauso planlos sein werde und keine Weisheiten mitnehmen kann, in der Art von „nur kein Risiko eingehen!“ oder Vergleichbarem.

Mit folgendem Szenario möchte ich die Gelegenheit zur Erheiterung in einer Prüfungs-/Klausur-/Schulaufgabensituation geben. Im Vorfeld weise ich darauf hin, dass das Ganze nur bei Personal mit einem gewissen Mindestmaß an Humor ohne den Drang zur Überreaktion machen sollte. Und ich übernehme keine Verantwortung, sollte die zu verwirrende Person – unter Umständen auch nach dem Versuch einer mündlichen Klärung – von einem Unterschleif ausgehen.

Als Vorbereitung ist ein Komplize zu finden, welcher sich in der selben Situation wie man selbst befindet: Vor dem Schreiben einer beliebigen schriftlichen Arbeit. Dieser Komplize sollte sich aus später geschilderten Gründen so weit vom eigenen Sitzplatz wie möglich befinden. Bestenfalls wird zur Arbeit selbst ein zusätzliches Schmierblatt für Nebenrechnungen o. Ä. verwendet werden kann, aber von welchem die Abgabe gefordert wird. Und eventuell noch, wobei man für die Voraussetzungen nicht zu wählerisch sein sollte, dass man vor der Abgabe nichts von dieser Abgabepflicht weiß. Read the rest of this entry »

In den letzten Tagen wurde bekannt, dass die Spitzenkandidatin der FDP für die Europawahl 2009 nicht gerade durch ihre Anwesenheit in den entsprechenden Gremien geglänzt hat. Die ursprünglichen Zahlen des Parlaments wurden zwar relativ schnell mit Berücksichtigung des Zeitraums, in dem Silvana Koch-Mehrin in Mutterschutz war, nach oben korrigiert. Das Problem ist jetzt, dass Frau Koch-Mehrin nicht auf die korrigierten Zahlen kommt.

Aus der Presseerklärung geht hervor, dass die korrekte Methode zur Berechnung die Addition der Mutterschutztage zu den Anwesenheitstagen sei und nicht die Subtraktion der Mutterschutztage von der Zahl der stattgefundenen Sitzungen. Alles nach den „Regularien des Europäischen Parlaments„. Diese habe ich zwar bis jetzt nicht finden können, aber das ist jetzt kein Vorwurf an die Politikerin, wenn auch eine Quellenangabe nicht geschadet hätte. Read the rest of this entry »

Oben getätigte Aussage bezieht sich, wie ich feststellen musste, nicht ausschließlich auf die Konfliktbewältigung, zu der man den Spruch ja sehr häufig hört. Vielmehr geht sie eher in die Richtung eines unumstößlichen Gesetzes. Eine Symbiose aus Newtons und Murphys Law.

Um es auf den Punkt zu bringen: Beim Trimmen eines Bartes ist stets darauf zu achten, dass durch den Vorgang des Aufdrücken des entsprechenden Gerätes die Haarlängeneinstellung dejustiert wird. So etwas passiert schneller als einem (ja, damt bin ich gemeint) lieb ist. Bemerkt wird das eigentlich recht schnell. Nur führt eine Berücksichtigung von Symmetrien letztendlich dazu, dass auch der Rest schonungslos gestutzt werden muss. Die ganze „Arbeit“ von Wochen ist also für die Katze. Aber in einer Hinsicht bin ich zuversichtlich: Der kommt wieder.

Es ist zum Teil erstaunlich, wie manche Dinge, denen man recht viel Zeit gewidmet hat, im Sand verlaufen. Andere widerum, die man anfangs eher in die Sinnlos-Schublade einordnen würde, erweisen sich als äußerst fruchtbar in Situationen, von welchen man nur wusste, dass man nicht in diese kommen möchte und jeden bemitleidet, der mit diesen zu kämpfen hat. Das hat jetzt nichts mit Optimismus und Pessimismus zu tun, passiert es ja in beide Richtungen. Eher mit „Man kann das schlecht einschätzen“, aber das ist eher Nebensache.

Auf alle Fälle sitze ich hier sozusagen bestens vorbereitet am Eingang der Drachenhöhle und bedauere nur, dass ich mich nicht schon früher auf diesen Weg begeben habe. „Komm her, du Ungeheuer!

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